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Protest gegen BR-Zensur der ARD-Sen­dung "ZOOM"

15. April 1971

Die Ortsverbände der Humanistischen Union in Bayern haben gegen die Absetzung des ARD-Jugendmagazins „Zoom“·durch das Bayerische Fernsehen schärfstens protestiert. In ihrem Protest heißt es unter anderem: Nicht die Qualität der erfrischenden Sendereihe – die manche Unterhaltungssendung des Bayerischen Fernsehens auf sehr viel unstrittigere Weise vermissen läßt – ihre gesellschaftskritische Richtung allein kann diese Entscheidung nicht veranlaßt haben. Ihr illiberaler Charakter provoziert unsere Demokratie. Gegen solche Bevormundung der Gesellschaft ist Einspruch umso dringlicher angezeigt, als nach den Personalveränderungen im Bayerischen Rundfunk es sich um einen Fall beginnender Publikumsgängelung handeln könnte, die Ihre Absichten ausprobiert.
Wenn Liberalität in Deutschland abgebaut wird, ist einem Wehret-den-Anfängen noch immer geboten gewesen. Es wird daher zu ihm hier aufgerufen.
Wer von der Demonstration der sozialen Hackordnung eines Hühnerhofes sich In dieser Gesellschaft getroffen fühlt, fühlt sich nicht nur getroffen, sondern wird es Kraft der Freiheit, die seit alters Privileg der satirischen Kunst ist, mit Recht: das Veto des Prorammdirektors schont kein menschlich legitimierbares Schutzbedürfnis, aus dem Rechte sich ableiten ließen, sondern verletzt selbst nur nach seinem Wesen, wenn auch nicht nach seiner gesetzlichen Basis, das Recht auf Zensurfreiheit.·