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HU macht Radio: "Die Braunen Wurzeln des Bundes­kri­mi­nal­amts"

19. März 2008

Das Bundes­kri­mi­nalamt wurde von NS-Ver­bre­chern aufge­baut. Es hat seine Wurzeln in der Sicher­heits­po­lizei des NS-Re­gi­mes. Bis in die 60er Jahre hatte die Mehrzahl der Beamten des Leitenden Dienstes eine braune Weste, darunter waren frühere Schreib­tisch­täter im Reichs­si­cher­heits­haupt­amt.
Auch als Folge der Denksperre des kalten Krieges hat sich bis ins 21. Jahrhun­dert hinein keiner der späteren BKA-Führer je von dieser Vergan­gen­heit distan­ziert oder Reue gezeigt. In diesem Geist haben die leitenden Kräfte im BKA auch den Nachwuchs ausge­bil­det. So war es folge­richtig, dass die Bekämp­fung des Rechts­ex­tre­mismus im BKA keine Rolle gespielt hat. Über Jahrzehnte stand einem dafür zustän­digen Referat von 30 Bediens­teten eine Abtei­lung von 300 Sachbe­a­r­bei­tern zur Bekämp­fung des linken Terro­rismus gegen­über. 
Dass sich das Bundes­kri­mi­nalamt in jüngster Zeit mit seiner natio­nal­so­zi­a­lis­ti­schen Vergan­gen­heit ausein­an­der­setzt, ist nicht zuletzt dem Publi­zisten Dieter Schenk zu verdan­ken. Im Jahre 2001 erschien sein Buch „Auf dem rechten Auge blind – Die braunen Wurzeln des BKA“. Wie in den Jahrzehnten seit seiner Gründung im Jahre 1951, verwei­gerte das Amt jedoch eine Stellung­nahme und schützte mit zudeckender Loyalität ehema­lige Kollegen, die Nazi-­Ver­bre­cher waren. Erst Präsi­dent Jörg Ziercke, der sich eindeutig von der NS-Ver­gan­gen­heit des BKA distan­ziert, griff das Thema nunmehr auf. Dieter Schenk nahm an drei Kollo­quien im Bundes­kri­mi­nalamt teil und trug dort seine Forschungs­er­geb­nisse vor.

Dieter Schenk war 1980 bis 1989 Krimi­nal­di­rektor beim BKA. Heute arbeitet er als freier Autor.  Er ist Ehren­pro­fessor der Univer­sität Lodz und erhielt im Juli 2003 den Fritz-­Bau­e­r-­Preis der HUMANIS­TI­SCHEN UNION.

Auf Einla­dung der Initia­tive „Rettet die Grund­rechte – gegen den Notstand der Republik“ referierte Dieter Schenk seine Ergeb­nisse am 13. Februar 2008 im Gewerk­schafts­haus in München. Wir senden den unwesent­lich gekürzten Mitschnitt seines Referats 
am Mittwoch, den 19. März 08, 20 Uhr, in Radio 

Sie können die Aufzeich­nung der Sendung in Radio LORA München 92,4 vom 19. 3. 08 hier nachhören (51 Minuten):

Ein Mitschnitt der einstün­digen Sendung kann auf CD zum Preis von 5,- € incl. Porto von uns bezogen werden. Senden Sie dazu bitte eine e-mail mit Ihrer Postan­schrift an unsere Kontakt­adresse.