Ankündigung Preis "Aufrechter Gang" für Judith Bernstein und Dr. Reiner Bernstein

Battir, Pales­tine 2015

 

Für ihren Einsatz zur Verle­gung von Stolper­steinen in München sowie ihren unermüd­li­chen Beitrag zur Versöh­nung zwischen Israelis und Paläs­ti­nen­sern erhalten Judith und Reiner Bernstein den Preis „Aufrechter Gang“ der Humanis­ti­schen Union München-Süd­bayern (HU).

Judith Bernstein ist in Jerusalem geboren als Tochter deutscher Juden, die nach Paläs­tina auswan­dern mussten. Dr. Reiner Bernstein ist Histo­riker und Publi­zist; er hat sich in vielen Schriften mit der Situa­tion im Nahen Osten ausein­an­der­ge­setzt.

Im Vorstand der „Initia­tive Stolper­steine für München“ haben beide jahre­lang gemeinsam für die Verle­gung der Stolper­steine auf öffent­li­chem Grund gekämpft. Immer wieder wurde ihre Arbeit vom Münchner Stadtrat behin­dert und die Verle­gung auf öffent­li­chem Grund verboten, obwohl bereits in fast 1200 deutschen Kommunen Stolper­steine zum Gedenken an die Opfer der Nazidik­tatur verlegt wurden.

In zahlrei­chen Veran­stal­tungen zur fried­li­chen Regelung des Nahost­kon­flikts haben Judith und Reiner Bernstein sich engagiert. Sie treten für die politi­sche Koexis­tenz beider Völker ein und setzen dafür ihre Kontakte zu israe­li­schen und paläs­ti­nen­si­schen Friedens­gruppen ein. Auch in der Jüdisch-Pa­läs­ti­nen­si­schen Dialog­gruppe sollen Brücken des Verständ­nisses und der Zusam­me­n­a­r­beit gebaut werden.

Weil im Münchner Rathaus CSU und SPD die Kritik an der Siedlungs­po­litik der israe­li­schen Regie­rung mit Antise­mi­tismus gleich­setzen, sollen keine kommu­nalen Räume für ihre Veran­stal­tungen zur Verfü­gung gestellt werden. Dieser absurde Vorwurf trifft jetzt auch die Humanis­ti­sche Union, d.h. der HU wird die Nutzung kommu­naler Räume für die Preis­ver­lei­hung verwehrt.

Vor dem Hinter­grund, dass die HU in ihrer Arbeit beson­ders ihrem Mitgründer Fritz Bauer verpflichtet ist, der durch sein Engage­ment u.a. den Frank­furter Ausch­witz Prozess maßgeb­lich voran­ge­trieben hat, erscheint das Verbot, städti­sche Räume zu nutzen, geradezu skandalös!

Trotz dieser Widrig­keiten wird die Humanis­ti­sche Union Judith und Reiner Bernstein mit ihrem Preis „Aufrechter Gang“ für ihr Engage­ment und ihren Wider­stand gegen den öffent­li­chen Macht­an­spruch sowie für ihren Kampf für die Meinungs­frei­heit im Geiste des Grund­ge­setzes auszeich­nen. Die Preis­ver­lei­hung wird am 28. Januar 2018 statt­fin­den. Die Laudatio hält der Autor Dr. Tilman Speng­ler.
 
Mit diesem Preis würdigt die Humanis­ti­sche Union seit 30 Jahren Frauen und Männer, die sich in Bayern für Bürger­rechte und Demokratie einsetzen und mit dieser Haltung zur demokra­ti­schen und politi­schen Kultur beitra­gen.

Der „Aufrechte Gang“ ist ein ideeller Preis und wurde bis jetzt vierzehnmal verlie­hen. Er wird symbo­li­siert durch eine Plastik, die man entweder als stache­ligen Kaktus oder als aufrechten Menschen mit dem Grund­ge­setz unter dem Arm verstehen kann.

 

Einladung